Band 144: Zwillinge der Finsternis

Die drei Fragezeichen – Zwillinge der Finsternis * Autor: Marco Sonnleitner

© Kosmos-Verlag im September 2008 * ISBN – 978-3-440-115480 (geb. Ausgabe)

Der Klappentext:

Es schneit bei plus 10 Grad, ein riesiger Erdspalt tut sich über Nacht auf, seltsame Nebel wabern, und ein Mann lässt Flammen aus seiner Hand wachsen: Rocky Beach hat es mit dem Teufel zu tun! Das jedenfalls nimmt Peter an, als er und seine beiden Detektivkollegen in den Fall "Zwillinge der Finsternis" geraten.
Zwei in schwarzes Leder gebundene Bücher sollen satanische Zauberformeln enthalten. Wer sie besitzt, hat teuflische Macht. Und es gibt einige Menschen, die hinter den beiden Büchern her sind. Ein Exemplar wurde bereits gestohlen!

Die drei ??? müssen ihren Widersachern schnellstens zuvorkommen, um das Schlimmste zu verhindern... 

Buchrezension

Drei Fragezeichen-Geschichten sind immer besonders spannend und fesselnd, wenn etwas übernatürliches, mysteriöses und scheinbar unerklärliches in ihnen vorkommt. Und Marco Sonnleitners Roman Zwillinge der Finsternis ist vollgepackt mit seltsamen Begebenheiten, die bei den drei Detektiven scheinbar keine Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie es dieses Mal mit dem Teufel persönlich zu tun bekommen. Von Beginn an überschlagen sich die mysteriösen Erscheinungen und Vorkommnisse. Und als Leser fiel es mir dieses Mal etwas schwer, mich gedanklich im Drei Fragezeichen-Universum aufzuhalten. Erzählung und Schreibstil erinnerten mich viel mehr an fantastische Welten wie in „Herr der Ringe“ oder an Harry Potter´s Hogwarts-Schule (selbst wenn ich nur die Verfilmungen kenne und besagte Romane nie gelesen habe).

Dieser Eindruck sollte jedoch meine Begeisterung für Marco Sonnleitners Geschichte in der ersten Hälfte des Buches nicht schmälern. Die Erscheinungen und mysteriösen Momente sind eindrucksvoll umschrieben und geben die übernatürliche Stimmung sehr gut wieder. Die auftretenden Charaktere, deren Anzahl in dieser Folge sehr überschaubar ist, was dem Folgen des „roten Fadens“ für die Leser:innen glücklicherweise sehr entgegenkommt, sind gut und ausführlich beschrieben und deren Vorstellung ist gut in den Handlungsverlauf der Story eingearbeitet. Insofern machte mir das Lesen richtig Spaß und ich war sehr auf den Drei Fragezeichen-Moment gespannt, in dem die Leser:innen über die „natürliche Erklärung“ für den vermeintlichen Spuk in der Geschichte aufgeklärt werden.

Doch wie passen satanische Messen mit Schneefall im Sommer und Risse in Erdböden zusammen? Und wie lassen sich die geisterhaften Erscheinungen erklären, wenn es am Ende darum geht, die Erklärung für das scheinbar Unmögliche zu liefern? Genau hier liegt meines Erachtens der Knackpunkt der Geschichte. Um eines klar zu stellen: Die drei ??? sind und bleiben eine Kinder- und Jugendserie, bei der es zum Glück häufig viel Phantasie verlangt und die Geschichten einen weit gefächerten Handlungsspielraum hinsichtlich der Logik aufweisen. Und dies ist auch gut so!

Doch in diesem Fall ist die Auflösung derart skurril und hanebüchen, dass es einem viel Einverständnis abverlangt, versöhnlich mit dieser Folge abzuschließen. Neben den schwer nachvollziehbaren Gründen, warum derartiger Aufwand betrieben wird, öffnen sich zahlreiche Logikfehler und die gesamte Geschichte erscheint sehr stark konstruiert. Ohne die zahlreichen Zufälle, die in diesem Fall auftreten, wäre das Ansinnen der Antagonisten schnell im Sande verlaufen (und dies gilt schon für die Geschehnisse auf der ersten Seite des Buchs!).

War ich bis zum letzten Drittel noch vollkommen von der Atmosphäre und der Story überzeugt, bildet die Auflösung doch starke Risse und lässt den Fall in meiner Lesergunst stark abfallen. Es wirkt auf mich, als hätte der Autor händeringend nach dem „erforderlichen Ausstieg“ gesucht und ist daran kläglich gescheitert.

Fazit

„Zwillinge der Finsternis ist in der ersten Hälfte ein toller Fantasyroman, der mit den übernatürlichen Phänomenen begeistern kann. Die Auflösung zerstört jedoch weite Teile der Qualität der Geschichte und lässt mehr als nur drei ??? unbeantwortet stehen.“

Wer liest die Karte vor?

Mr Arthur Sinclair, der jüngste Sohn einer der einflussreichsten und finanzkräftigsten Familien aus Rocky Beach

Hörspielumsetzung

Die Hörspielfassung gibt in der ersten Hälfte nicht annähernd die mysteriöse und übernatürliche Atmosphäre wieder, die im Buch erzeugt wird. Die Auflösung des Falls ist mit der Buchfassung nahezu identisch. Auch hier lässt die Auflösung zahlreiche Fragezeichen und Logikfehler stehen. Bis zum Showdown noch annehmbar, danach purer Klamauk gespickt mit zahlreichen Plotfehlern.

Gesamtbewertung BuchGesamtbewertung Hörspiel
Plot:
Spannung:
Ermittlungsarbeit:
Kommissar Zufall: (10=wenig, 0=viel)
Gesamteindruck:
3
8
5
1
4,25
Spannung:
Atmosphäre/Musik:
Sprecherrollen:
Logikfehler (10=keine, 0=heftig)
Gesamteindruck:
7
5
5
1
4,5

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