Shoot the works – Im Visier

Die drei Fragezeichen – Shoot the works-Im Visier * Autor: William McCay

© Kosmos-Verlag im Februar 2013 * ISBN – 978-3-440-141229 (Top Secret II Edition)

Der Klappentext:

Justus, Bob und Peter stehen unter Beschuss! Ein Paintball-Turnier fordert die Schnelligkeit und Geschicklichkeit der drei Detektive. Doch das harmlose Freizeitvergnügen entpuppt sich schnell als neuer Fall. Denn was ein paar Spieler der gegnerischen Mannschaft planen, ist alles andere als ein Spiel...

Eine Geschichte aus dem Jahr 1990 vom amerikanischen Autor William McCay. 

Buchrezension

Die Geschichte Shoot the works erschien 1990 in der US-amerikanischen Originalserie als Folge #8 in der Crimebuster-Ära. Anders als die verschollenen Fälle „Brainwash“ und „High Strung“ wurde die Geschichte im amerikanischen Original sehr wohl veröffentlicht, und selbst einige europäische Länder brachten Übersetzungen in Landessprache heraus. Darunter auch Großbritannien, Spanien und Griechenland. Für den deutschen Markt erschien es dem Franckh-Kosmos-Verlag jedoch damals eine Spur zu hart und zu sehr Waffenverherrlichend, was aus William McCays Feder geflossen kam. So behandelt die Story den auch damals noch jungen Trendsport des Paintballs, der 1981 in den USA das Licht der Welt erblickte, in Europa aber noch nahezu gänzlich unbekannt war. Darüber hinaus ist die Wortwahl in dem Roman an einigen Stellen nicht gerade zimperlich. So beginnt die Originalfassung mit dem ersten Satz „Wir gehen da jetzt raus und töten sie!“. Ein zugegebenermaßen doch sehr untypischer Opener für einen Jugendroman. In der deutschen Adaption wurde dieser Satz übrigens zu „Wir gehen da jetzt raus und machen sie fertig!“ übersetzt.

Während der Handlung bleibt es aber nicht nur bei wilden Paintball-Spielen und militärischen Taktikmanövern. In späteren Abschnitten stehen die drei Detektive Sicherheitsbeamten mit im Anschlag befindlichen Maschinenpistolen gegenüber und Peter ist gar gezwungen, seiner selbst als vermeintliches Unfall-Todesopfer an einem Abhang zu inszenieren. Der Kosmos-Verlag entschied daher, diesen Roman Anfang der 90er Jahre nicht ins Deutsche zu übersetzen und ließ die Folge in der deutschen Serie gänzlich unbeachtet. Erst später wurde auf der Drei Fragezeichen Fanseite www.rocky-beach.com (ext.) eine deutsche Übersetzung veröffentlicht, die erst nach einigen Jahren wieder von der Webseite verschwand. Die offizielle deutsche Veröffentlichung folgte erst 2014 im Rahmen der Top Secret II Edition, die neben „Shoot the works – Im Visier“ auch noch die beiden Romane „Savage Statue – Grausame Göttin“ und „Das versunkene Schiff“ enthält. Als Übersetzer sind im Buch gleich eine ganze Reihe von Personen aufgelistet: Detlev und Martina Beiderbeck, Stephanie Berger, Matthias Bogucki, Sven Haarmann sowie Tanja und Thomas Hoock.

Inhaltlich ist die Geschichte meines Erachtens eher sehr dünn und erkennbar auf actiongeladene Szenen zugeschnitten. Die Charaktere der Story werden nahezu alle als lüsterne Waffenliebhaber dargestellt, die im Paintball Sport ihren Ausgleich vom stressigen Schreibtischjob suchen. Eine wirkliche Sympathie für einen der Akteure mochte bei mir nicht so recht aufkommen – mit Ausnahme von Lynn vielleicht. Die junge Frau ist gerade im Begriff ihre eigene (Damen-)Paintballmannschaft aufzustellen, als ihr Peter über den Weg läuft und das andauernde Techtelmechtel zwischen den beiden, bei dem Lynn ihren neuen Schwarm Peter sogar nach sich zu Hause einlädt, für reichlich Zündstoff zwischen Peter, seiner Freundin Kelly und Miss Lynn Bolt höchstpersönlich sorgt.

Trotz der Brisanz um die lange auf dem deutschen Markt unveröffentlichte Folge mochte meine Begeisterung für den Roman nie so richtig aufkommen. Zwar hält die Folge einige schöne (für die Crimebuster Folgen typischen) Szenen bereit: So wird Justus neuer fahrbarer Untersatz in Form eines Ford Escort direkt mal von Peter an der Schrottplatzeinfahrt in seine Einzelteile zerlegt und die Sticheleien zwischen Lynn und Kelly sind mitunter auch sehr amüsant und unterhaltsam. Jedoch ist der Plot doch recht schwach und die Motivation der Antagonisten hinsichtlich der zu erwartenden (rechtlichen und gesundheitlichen) Konsequenzen doch etwas unglaubwürdig.

Shoot the works ist neben der Veröffentlichung in der Top Secret II Edition nicht als Taschenbuch und auch nicht als „Stand-Alone-Variante“ erschienen. Wer eine gedruckte Version des Buches möchte muss sich daher auf die Suche nach der TSE2 begeben oder mit dem englischsprachigen Original Vorlieb nehmen. Auf dem deutschen Markt ist der Roman lediglich als E-Book erhältlich. Eine Hörspielfassung wurde aufgrund der umstrittenen Thematik nie produziert und ist auch in Zukunft nicht vorgesehen.

Fazit

„Ein in weiten Abschnitten klassischer Crimebuster Roman mit dem Drang zu actiongeladenen Inhalten, die aufgrund der waffenverherrlichenden Darstellung dazu führten, dass die Folge in den 1990er Jahren nicht ins Deutsche adaptiert wurde. Ein Fall, der nicht zuletzt wegen seiner Schwachen Story verzichtbar ist.“

Wer liest die Karte vor?

Justus überreicht die Visitenkarte an Lynn Bolt, die jedoch nicht explizit vorgelesen wird.

Gesamtbewertung BuchGesamtbewertung Hörspiel
Plot:
Spannung:
Ermittlungsarbeit:
Kommissar Zufall: (10=wenig, 0=viel)
Gesamteindruck:
4
5
7
6
5,5
Spannung:
Musik:
Sprecherrollen:
Logikfehler (10=keine, 0=heftig)
Gesamteindruck:
n.v.
n.v.
n.v.
n.v.
n.v.

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