Band 211: …und der Jadekönig

Die drei Fragezeichen und der Jadekönig * Autor: André Marx

© Kosmos-Verlag im September 2020 * ISBN – 978-3-440-16050-3 (geb. Ausgabe)

Der Klappentext: 

Haben die drei ??? etwas mit dem Diebstahl des >Jadekönigs< zu tun? Eine der wertvollsten Briefmarken der Welt ist verschwunden. Auf der Suche geraten die Detektive mitten hinein in ein lang gehütetes Familiengeheimnis. Können Justus, Peter und Bob den Jadekönig vor dem Verderben retten oder werden sie sich an diesem Fall die Finger verbrennen?

Buchrezension

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und möchte behaupten, dass dem Autor André Marx mit „Die drei Fragezeichen und der Jadekönig“ eine der interessantesten Romanvorlagen der letzten Jahre gelungen ist. Von Beginn an erwartet die Leser:innen ein spannender, skurriler und zugleich äußerst humorvoller Plot. Der Schreibstil und die Art und Weise, wie André Marx die Geschichte erzählt, erinnerte mich sehr stark an den Dreitag. Ähnlich wie in dem Special wird der Fall „…und der Jadekönig“ in der ersten Buchhälfte aus dreierlei verschiedener Perspektiven erzählt, mit dem großen Unterschied zu Dreitag, dass es sich in dem neuen Roman um die Zusammenführung ein und desselben Falls handelt.

Zu Beginn führt uns die Story ins Haus von Mr Sterling, einem der Hauptcharaktere des Romans, gemeinsam mit Peter Shaw und Bob Andrews. Nachdem die Einleitung in die Geschichte an Skurrilität kaum zu überbieten ist (ich habe mich köstlich amüsiert) werden nach und nach die Handlungsstränge der drei Detektive aufgearbeitet, bevor sich etwa zur Hälfte der Geschichte der Handlungsstrang wieder vereint und die eigentliche detektivische Arbeit der drei Fragezeichen beginnen kann.

Wie schon der Klappentext besagt, handelt die Geschichte von einer teuren Sammlerbriefmarke – dem Jadekönig – eine der teuersten Briefmarken der Welt. Wir haben es dieses Mal mit einer reinen Crime-Story zu tun und stolpern in diesem Fall nicht über mysteriöse Ereignisse oder Erscheinungen. Ob die Geschichte daher das Zeug dazu hat in der Beliebtheitsskala eines Drei Fragezeichen Fans weit vorne zu landen wird stark davon abhängig sein, ob man eher die mysteriösen Fälle bevorzugt oder ein Faible für klassiche Kriminalfälle hat.

Mir persönlich sagt die Art und Weise, wie André Marx die Story insbesondere in der ersten Hälfte des Romans in Szene gesetzt hat, sehr zu. Aus der skurrilen und witzigen Einleitung wird nach und nach ein handfester Kriminalfall mit ständig aufflackernden Spannungsbögen, die sich zum Ende hin wieder verdichten und in einem schönen – wenn auch für die Leser:innen etwas vorausschaubaren – Finale enden.

Fazit

„Fans von Kriminalfällen ohne viel Hokus Pokus werden aufgrund des soliden Plots auf ihre Kosten kommen. Insbesondere die sehr interessante Heranführung an den Fall in der ersten Buchhälfte ist jedoch alleine schon empfehlenswert. Der Jadekönig ist eine der interessantesten ???-Romane der letzten Jahre.“

Wer liest die Karte vor?

Die Karte wird nicht vorgelesen, kommt aber im Buch mehrmals zum Vorschein.

In der Hörspielversion wurde die Karte „eingebaut“ und von einem der Einbrecher vorgelesen.

Hörspielumsetzung

Die Hörspielfassung orientiert sich sehr nah an der Buchvorlage. Leider fehlten mir gerade im ersten Drittel die Auftritte des Inspektor Kershaw, der unerwartet im Haus von Mr Sterling auftaucht da Inspektor Cotta nicht im Dienst ist. Ebenfalls ist eine spannende Szene, als Peter in seinem MG flüchten möchte, gänzlich verändert und der dort auftretende Spannungsbogen im Hörspiel leider nicht enthalten. Dadurch wirkt das Hörspiel gerade in der ersten Hälfte extrem auf Dialoge reduziert. Insgesamt ist das Hörspiel aufgrund der soliden Story aber gelungen und eine der besseren Folgen.

Gesamtbewertung BuchGesamtbewertung Hörspiel
Plot:
Spannung:
Ermittlungsarbeit:
Kommissar Zufall: (10=wenig, 0=viel)
Gesamteindruck:
10
9
8
9
9,0
Spannung:
Atmosphäre/Musik:
Sprecherrollen:
Logikfehler (10=keine, 0=heftig)
Gesamteindruck:
8
7
8
8
7,75

Faktencheck

Der Jadekönig – eine der teuersten Briefmarken der Welt? Fiktion oder Realität?

Die Jadekönig Briefmarke hat es so, wie sie im Buch beschrieben wird, nicht gegeben. Das Archiv von catawiki.de hat eine Übersicht mit den teuersten Sammlermarken zusammengestellt. Der Jadekönig dürfte dabei an die Marke „Treskilling yellow“ angelehnt sein. Denn wie im Buch beschrieben, ist die Marke des „grünen“ Jadekönig so wertvoll, da es sich um einen Fehldruck handelt , der eigentlich als blaue Marke herausgegeben werden sollte, von dem jedoch nur eine Handvoll Fehldrucke in grün hergestellt wurden.

Die Treskilling yellow hat eine ähnliche Geschichte. Die schwedische Marke wurde ursprünglich in blau-grün produziert. Im Jahre 1855 wurde jedoch der gelbe Fehldruck herausgegeben. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es nur noch ein Exemplar im Umlauf. Durch verschiedene Weiterverkäufe wurde der Wert gesteigert und wird heute auf rund 2,1 Millionen Euro beziffert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s