Band 45: …und das Gold der Wikinger

OT: T3I and the mystery of Wrecker´s Rock

© 1986 Random House * Autor: William Arden / übersetzt von Leonore Puschert

© Frankh-Kosmos-Verlag 1989 / 2008 * ISBN – 978-3-440-11569-5 (Black Edition III)

Worum geht es?

In „…das Gold der Wikinger“ geraten die drei Fragezeichen ins Visier verschiedener Verfolger. Dabei sollte Bob für seinen Vater, der Redakteur bei einer Zeitschrift in Rocky Beach ist, doch eigentlich nur ein paar Fotos des Aufeinandertreffens von Wikingern und Indianern auf der kleinen Insel Ragnarson Rock machen, das alle fünf Jahre vom Ragnarson-Clan abgehalten wird. Doch vermutlich haben die drei Detektive etwas auf den Bildern festgehalten, dass nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt ist. Warum sonst jagen die lange Zeit unbekannten Verfolger den Detektiven und Mr Andrews hinterher, um mit allen erdenklichen Mitteln an die Abzüge der Fotografien zu gelangen? Und dann ist da noch dieses seltsame, führerlose Fischerboot, dessen Besitzer nach einer Angeltour vermisst wird und bereits mit dem Schlimmsten gerechnet wird. Ist auf Ragnarson Rock mehr zu finden, als lediglich Felsen, Büsche und Sandstrände?

Buchrezension

Buchtitel und Coverillustrationen mit Schätzen (in Bergseen), Indianern (bei „Windesvölkern“), oder wie in diesem Fall Wikingern (und deren vermeintliches Gold), haben es bei mir oft schwer in der Beliebtheitsskala weit oben zu landen. Oft bin ich gegenüber diesen Geschichten etwas voreingenommen, da sie mir zu wenig mysteriös erscheinen und – wie in diesem Fall – den Eindruck einer „Wickie und die starken Männer“-Kopie erwecken. Dabei war mir dieser Fall, der mir zuletzt als Hörspiel in meiner späten Kindheit unter die Ohren gekommen sein dürfte, gar nicht mehr präsent. Als Bestandteil der „Black Edition III“-Sammleredition liegt mir dieser Roman in der leicht veränderten Neuausgabe von 2008 vor.

Die Story ist zunächst relativ spannend aufgemacht und erninnerte mich besonders im ersten Viertel an gute alte Hitchcock-Klassiker aus dem Fernsehen. Der Verlauf der Geschichte handelt jedoch zunehmend auf dem kleinen Eiland Ragnarson Rock und den dort äußerst mysteriösen Beobachtungen der drei Detektive. Schnell sind einige potentielle Antagonisten ausgemacht und es beginnt die Suche nach dem Bösewicht. Die Spannung verläuft eher mäßig und es gibt nur wenige szenische Highlights in der Folge. Ebenso wird relativ wenig mit den bekannten drei Fragezeichen-Klischees gespielts, sodass ich mich mit zunehmender Zeit eher schlecht unterhalten fühlte. Die Auflösung wirkt dann sehr an den Haaren herbeigezogen und ziemlich Hanebüchen. Motive und Beweggründe sind sehr fragwürdig und zu stark „verwässert“. Die Auflösung des Falls war eher enttäuschend. Die drei Fragezeichen und das Gold der Wikinger ist eine Folge, die ohne Frage von der Nostalgie und dem „Klassiker-Bonus“ lebt.

Fazit

„Eine späte Klassiker-Folge mit erheblichen Handlungs- und Logikfehlern. Eher eine der schwächeren Fälle aus der amerikanischen Originalserie

Wer liest die Karte vor?

Mr. Ragnarson, der Direktor der Schule von Justus, Peter und Bob

Hörspielumsetzung

Das Hörspiel ist in der ersten Hälfte nahezu deckungsgleich mit der Handlung im Buch, ohne dass große Unterschiede zwischen Hörfassung und Buch deutlich werden. Leider ist die zweite Hälfte des Hörspiels doch stark eingekürzt, sodass sich die Aufklärung des Falls zu sehr auf den „Justus-hat-alles-gewusst“-Moment stützt. Die logische Schlussfolgerung war da im Buch doch wesentlich besser nachzuvollziehen. Im Hörspiel hingegen muss der allwissende Justus Jonas wieder einmal mit seinen nahezu hellseherischen Fähigkeiten für die Auflösung des Falls herhalten. Die Wertung fällt noch recht gutmütig aus, da sich die Folge sich als späte Klassiker-Ausgabe noch ein paar Bonuspünktchen bei der Musik (es sind noch ein paar Bohn-Sequenzen dabei!) und den Sprecherrollen einheimst.

Gesamtbewertung BuchGesamtbewertung Hörspiel
Plot:
Spannung:
Ermittlungsarbeit:
Kommissar Zufall: (10=wenig, 0=viel)
Gesamteindruck:
4
3
5
3
3,75
Spannung:
Musik:
Sprecherrollen:
Logikfehler (10=keine, 0=heftig)
Gesamteindruck:
3
7
6
5
5,25

Podcast zur Folge

Rescherschen und Arschiv

Der beste Drei Fragezeichen-Podcast aus Aachen, präsentiert von Sebastian, Stefan und Hanno liefern die Folgenbesprechung zu „…und das Gold der Wikinger“ auf ihrem Podcast Rescherschen und Arschiv (ext.). Viel Spaß beim rein hören!

Inhaltliches / Logikfehler (Achtung, Spoiler!)

  • Sam Ragnarson war bereits am ersten Tag auf Ragnarson Rock mit seiner Ausstattung unterwegs (Kapitänskostümierung, Kassettenrekorder), obwohl er gar keinen Anlass hatte, die Sachen mit auf die Insel zu nehmen. Er hat die ersten Goldfunde ja erst gemacht, als Bob die Fotos angefertigt hat
  • Woher wussten die Greene-Brüder, dass Bob die Negative auf dem Fahrrad dabei hatte (Buch+Hörspiel) und Mr. Andrews die Abzüge mit von der Arbeit bringen würde (Buch)
  • Sam Ragnarson hätte mit dem Suchen und Bergen des Goldes einfach noch ein paar Tage warten können, bis die Feierlichkeiten des Ragnarson-Clans abgeschlossen waren. Danach hätte er die Beute in Ruhe von der Insel wegschaffen können. Sein Aktionismus war total überflüssig

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